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Gesundheit beginnt im Mund: Checkliste zum Karies umkehren, Supplements, die ich als Zahnarzt jeden Tag nehme

  • med. dent. Simon Hagin, eidg. dipl. Zahnarzt
  • 11. März
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 11. März


  1. Nahrungergänzungsmittel / Supplements, die ich (fast) jeden Tag nehme:


Selbst bei einer grossartigen Ernährung ist es fast unmöglich, alle Bedürfnisse des Körpers zu decken – natürlich geht es dabei nicht nur um die Zähne sondern auch um den Rest des Körpers. Die folgenden Stoffe sind aber auch insbesondere für die Reparatur des Zahnschmelzes, den Speichelfluss und die Immunabwehr wichtig.


Das sind die drei Nahrungsergänzungsmittel, die ich täglich nehme und fast jedem empfehle:


  • Magnesium + weitere Mineralstoffe

Unterstützt die Speichelproduktion, aktiviert Vitamin D und hilft bei der Stressregulierung – alles entscheidend für die Mundgesundheit.


  • Vitamin D3 + E + K + A

    Hilft bei der Aufnahme von Kalzium, unterstützt den Speichel und stärkt die Immunreaktion auf kariesverursachende Bakterien. Regelmässig Fisch essen und an die Sonne gehen ist trotzdem wichtig.

    → Hier ist das, das ich täglich nehme - wenn möglich zusammen mit etwas fettigem/öligem


  • Vitamin C

    Notwendig für Kollagen, die Heilung des Zahnfleisches und die Kontrolle von Entzündungen. Besonders wichtig, wenn Sie mit blutendem Zahnfleisch oder Zahnfleischrückgang zu tun haben. Besonders effektiv und entzündungshemmend, wenn kombiniert mit Bio-Flavonoiden, wie zB in diesem Produkt:


     → Hier ist das, das ich täglich nehme


    Ein heutiges Ruebli oder eine Kartoffel hat nachgewiesenermassen nur noch etwa 10- 20% der Mineralien und Vitamine, wie das vor 200 Jahren der Fall war. Das liegt auch daran, dass saurer Regen durch die Industrialisierung die Mineralien weltweit aus den Böden geschwemmt hat. Sich allein auf Nahrung zu verlassen ist also selbst mit den allerbesten Bio-Lebensmitteln wirklich schwierig. Nahrungsergänzungsmittel füllen kritische Lücken und unterstützen alles andere in dieser Checkliste.


  • Tägliche Ernährung


    Unterstützen Sie Zahnschmelz, Speichel und Ihr orales Mikrobiom mit nährstoffreichen Lebensmitteln. Essen Sie viele unterschiedliche Lebensmittel und insbesondere unterschiedliche ungekochte Gemüse, Nüsse/Samen und Beeren. Achten Sie auf viel Grünzeug und essen Sie Dinge, bei denen Sie wirklich Kauen müssen.


    • Kalzium – Käse, Sardinen, Blattgemüse

    • Vitamin D + K2 – Eigelb, Bio-Butter, Natto

    • Magnesium – Kürbiskerne, Spinat

    • Vitamin A – Leber, orangefarbenes Gemüse wie Ruebli

    • Vitamin C – Paprika, Zitrusfrüchte, Beeren

    • Zink – Austern, Rindfleisch, Hülsenfrüchte

    • Kollagen – Knochenbrühe, langsam gegartes Fleisch

    • Probiotika – Sauerkraut, Kimchi, Naturjoghurt, Kombucha


 Bis zu 80% der Erwachsenen haben einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel – lassen Sie sich testen, wenn Sie unsicher sind. Das wirkt sich auf Knochen, Zahnschmelz, Speichel, Immunsystem und Heilung aus.


  1. Essgewohnheiten


    Reduzieren Sie Säureangriffe. Stellen Sie sicher, dass Ihr Speichel gesund ist, damit Ihre Zähne tatsächlich remineralisieren können.

    1. Essen Sie 2–3 volle Mahlzeiten/Tag

    2. Vermeiden Sie Naschen oder Snacken, falls doch, so greifen Sie zB zu Nüssen

    3. Putzen Sie die Zähne nach jedem Essen und falls das mal nicht geht: Spülen Sie den Mund mit Wasser

    4. Vermeiden Sie klebrige Kohlenhydrate (Cracker, Trockenfrüchte, Granola-Riegel)

    5. Wenn Sie naschen, essen Sie Süßigkeiten während der Mahlzeiten, statt als Snack, um den Säureangriff zu puffern und die Klebrigkeit zu unterbrechen

    6. Warten Sie 30 Min. nach sauren Lebensmitteln, bevor Sie bürsten

      Speichelunterstützung

      Essgewohnheiten

  2. Gesunden Speichelfluss etablieren

    Gesunder Speichel repariert angegriffenen Zahnschmelz und balanciert Ihr orales Mikrobiom.


      * Trinken Sie genügend Wasser und nehmen Sie Wasser als Hauptgetränk. Alles andere sollte die Ausnahme sein


    * Gesunder Normalzustand ist Atmen durch die Nase: also Atmen Sie durch die Nase - Vermeiden Sie Mundatmen, tagsüber sowie nachts


    * Überprüfen Sie mit dem Hausarzt Medikamente, die trockenen Mund verursachen


    * Behandeln Sie Stress – sympathische Dominanz reduziert Speichel und schwächt das Immunsystem


    * Der Speichelfluss sinkt im Schlaf, deswegen ist die Reinigung am Abend besonders wichtig.

    Gegebenfalls in der Nacht den Mund mit Tape zukleben. Das hilft, den Mund geschlossen zu halten und Ihren Zahnschmelz zu schützen.


  1. Mundpflegeprodukte


    Schützen Sie Ihren Zahnschmelz und gute Bakterien.

    * Verwenden Sie eine normale Zahnpasta. Wenn Karies ein Thema ist, dann sollte sie Fluorid enthalten. Fast alles was Sie im Supermarkt kaufen ist dafür gut genug. Wenn es um Fluoridzahnpastas geht, dann empfehle ich die günstigen M-Budget oder Prix-Garantie Zahnpastas, diese haben eine sinnvolle Zusammensetzung ohne Schnickschnack.


    * Zahnseide täglich - oder Interdentalbürsten. Abends ist der beste Zeitpunkt.


    * Bürsten Sie mindestens zweimal täglich oder nach jeder Mahlzeit mit einer weichen Borstenbürste oder elektrischer Bürste


     * Bürsten Sie nicht zu stark oder aggressiv – verwenden Sie kreisförmige, wackelnde Bewegungen und wechseln Sie zur nicht-dominanten Hand


    * Zungenschaben Sie sanft morgens


    * Vermeiden Sie Zahnspülungen (ausser nach OPs im Mundraum)



  2. Produkt-Austausch-Leitfaden

Tausche das hier

gegen dieses hier

Alkohol- und ätherische Öle basierte Mundspülung

Nichts oder Salzwasserspülung

Aufhellende Zahnpasta

Normale Zahnpasta

Zuckerhaltiges Kaugummi/Minzen

weglassen, Xylitol-Kaugummi oder Minzen

Harte Borsten-Zahnbürste

Weiche oder extra weiche Borsten

  1. Was Sie aufhören sollten


    Diese Gewohnheiten sabotieren den Fortschritt – auch wenn Sie bürsten.


     * Bürsten direkt nach sauren Lebensmitteln oder Getränken


    * Regelmässiges Verwenden von Aufhellungsstreifen und sonstigen Zahnbleichmaterialien


    * Naschen von Kohlenhydraten


    * Schlafen mit offenem Mund


    * Ignorieren von blutendem Zahnfleisch


    * Überbürsten mit einer Hin-und-Her-Sägebewegung


    * Denken, dass Hygiene alleine den Verfall verhindert


  2. Warnsymptome


    Diese deuten auf tiefere Probleme hin, die über Bürsten und Zahnseide hinausgehen:


     * Chronischer trockener Mund, besonders nachts


    * Blutendes Zahnfleisch


    * Häufige Karies trotz guter Hygiene


    * Anhaltender Mundgeruch


    * Zahnempfindlichkeit (besonders auf Kälte)


    * Weiße oder kreidige Flecken auf den Zähnen


    * Schnarchen, Knirschen oder unruhiger Schlaf


    * Schmaler Gaumen, überfüllte Zähne oder Geschichte von Zahnspangen


Viele Erwachsene mit schmalen Kiefern oder kleinen Atemwegen haben ein höheres Risiko – das beginnt in der Kindheit, kann aber immer noch angegangen werden.


  1. Können Sie Karies umkehren?


Karies entsteht, wenn durch Säure von Bakterien mehr Mineralien aus dem Zahn lösen als durch den Speichel wieder zurückgebracht werden. Zum Umkehren müssen wieder mehr Mineralien eingebracht werden (Remineralisierung).

Zwei Zähne, einer mit Schmelz-Karies, einer mit Kariesdurchbruch bis zur Pulpa

ist Karies nur in der äussersten Schutzschicht, dem Schmelz, kann sie noch gestoppt und wieder stabilisiert werden.

ist auch das Dentin betroffen, muss meist eine Füllung muss gemacht werden.

hier im Bild ist sogar bereits das weiche Zahninnere betroffen --> Wurzelkanalbehandlung


 Sie können eine Karies umkehren, wenn:


  • Es sich um eine frühe Stufe handelt und noch kein Dentin betroffen ist

  • Ihr Zahnarzt weiße Flecken oder beginnenden Verfall sieht

  • Es kein Loch, Schmerz oder sichtbaren Schaden gibt


Unterstützen Sie die Remineralisierung mit:


  • Hydroxyapatit und/oder Fluorid täglich                     

  • Starkem Speichelfluss

  • Mineralienreicher Ernährung

  • Kein Naschen oder ständige Säureexposition

  • Richtiger Nasenatmung, besonders nachts  


Sie können eine Karies nicht umkehren, wenn:


  • Es ein sichtbares Loch oder dunklen Schatten gibt

  • Der Defekt das Dentin erreicht hat

  • Sie Schmerz oder Empfindlichkeit spüren

    An diesem Punkt ist die Struktur kompromittiert und nur zahnärztliche Behandlung mit einer Füllung kann den Fortschritt stoppen.




    Präventionsmassnahmen für hoch-riskante Münder oder chronischen Verfall:


     * Nasenatmung-Retraining (z. B. Mundtape in der Nacht)


    * Myofunktionelle Therapie für Zunge und Kieferfunktion


    * D3 + K2 und Minteralstoff-Supplementierung


    * Zungenband- und Atemwegsbewertung


    * Ölziehen


    * Blutuntersuchung: 25(OH)D, Ferritin, A1c, B12


Anleitung was Sie jetzt tun sollte:


  • Drucken Sie diese Checkliste aus

  • Haken Sie ab, was Sie bereits tun

  • Wählen Sie 1–2 neue Gewohnheiten, um diese Woche zu starten

  • Stellen Sie Ihrem Zahnarzt tiefere Fragen – Ihre Karies sagen Ihnen etwas

  • Planen Sie häufigere Zahnreinigungen, wenn Ihre Dentalhygienikerin es empfiehlt

  • Teilen Sie diesen Leitfaden mit jemandem, der im Bohren-Füllen-Zahlen-Teufelskreis steckt

Lassen Sie mich wissen, welche Vorteile Sie bemerken.



Haftungsausschluss: Kein medizinischer Rat. Meinungen sind meine eigenen.

Dies wird zu Bildungszwecken bereitgestellt und ist kein medizinischer Rat.

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